Die Nahversorgung in Leinach geht einen neuen Weg. Seit Freitag, 11. September 2026, ist der bisherige tegut-Markt wieder geöffnet. Unter dem Namen „Unser Lädele im Ort“ wird der Dorfladen Leinach künftig in Eigenregie betrieben. Bereits die ersten beiden Verkaufstage zeigen: Das Interesse und die Unterstützung der Bevölkerung sind groß.

Mit der Veränderung bei tegut stellte sich auch in Leinach die Frage, wie die örtliche Nahversorgung künftig aussehen soll. Zur Diskussion stand unter anderem eine Lösung mit Tante Enso. Die Gemeinde entschied sich jedoch für einen anderen Weg: Der Lebensmittelmarkt soll als eigenständiger Dorfladen weitergeführt werden.

Damit wird aus dem bisherigen tegut-Markt weder ein EDEKA noch ein REWE – und auch kein Tante-Enso-Markt. Leinach setzt stattdessen auf ein eigenes Konzept, das vor Ort gestaltet und weiterentwickelt werden kann.

Viel Zuspruch zum Start des Dorfladens in Leinach

Nach intensiven Wochen der Vorbereitung öffnete „Unser Lädele im Ort“ am Freitag erstmals seine Türen. Sowohl am Eröffnungstag als auch am darauffolgenden Samstag wurde das neue Angebot von zahlreichen Kundinnen und Kunden genutzt.

Neben einer guten Kundenfrequenz erhielt das Team viel positives Feedback für den Neustart. Das ist ein wichtiges erstes Signal. Entscheidend für den langfristigen Erfolg wird allerdings sein, dass aus der anfänglichen Unterstützung ein dauerhaftes Einkaufsverhalten entsteht.

Denn gerade für einen Dorfladen gilt: Die beste Form der Unterstützung ist der regelmäßige Einkauf vor Ort.

Eigenständiger Dorfladen statt vorgegebenem Filialkonzept

Der Eigenbetrieb bedeutet für Leinach nicht nur einen neuen Namen. Er schafft vor allem die Möglichkeit, wesentliche Entscheidungen künftig selbst zu treffen.

Während bei großen Handelsunternehmen wie EDEKA oder REWE oder bei standardisierten Nahversorgungskonzepten andere Strukturen und Rahmenbedingungen gelten, kann ein eigenständiger Dorfladen sein Sortiment wesentlich stärker an den örtlichen Gegebenheiten ausrichten.

Welche Artikel werden gebraucht? Welche regionalen Produkte passen zu Leinach? Mit welchen Lieferanten möchte der Laden zusammenarbeiten? Welche Verkaufspreise sind wirtschaftlich sinnvoll? Welche Dienstleistungen fehlen im Ort? Und welche Angebote werden von den Kundinnen und Kunden tatsächlich angenommen?

Diese Fragen können nun unmittelbar vor Ort beantwortet werden.

Bundesverband begleitet Umstellung auf den Eigenbetrieb

Die Umstellung von tegut auf einen eigenständigen Dorfladen erforderte in kurzer Zeit zahlreiche Entscheidungen und viel praktische Arbeit. Lieferanten und Bezugsquellen mussten aufgebaut, Sortimente überarbeitet, Kalkulationen vorgenommen und betriebliche Abläufe auf die neue Situation angepasst werden.

Der Bundesverband der Bürger- und Dorfläden e. V. begleitete den Prozess in Leinach. Vorstandsmitglied Peter Feldbauer, selbst Geschäftsführer und Marktleiter des Retschter Lädchens unterstützte das Team insbesondere während der heißen Phase der Umstellung vor Ort.

Dabei geht es nicht darum, ein bestehendes Konzept einfach zu kopieren. Erfolgreiche Dorfläden müssen zur jeweiligen Gemeinde, ihren Kunden und den örtlichen Strukturen passen.

EDEKA, REWE, Tante Enso – oder ein eigener Dorfladen?

Für Gemeinden, die ihre Nahversorgung sichern wollen, gibt es heute unterschiedliche Modelle. Neben klassischen Lebensmittelhändlern wie EDEKA und REWE treten zunehmend neue Konzepte wie Tante Enso und andere automatisierte oder hybride Nahversorgungsmodelle auf.

Daneben gibt es einen weiteren Weg: den selbstbestimmten Bürger- oder Dorfladen.

Welches Modell das richtige ist, muss jede Kommune anhand ihrer örtlichen Voraussetzungen entscheiden. Der Eigenbetrieb ist dabei keineswegs automatisch der einfachste Weg. Er bedeutet Verantwortung, unternehmerisches Handeln und viel Engagement vor Ort.

Er bietet aber auch etwas, das für viele Dörfer entscheidend sein kann: die Freiheit, die eigene Nahversorgung selbst zu gestalten.

Leinach hat sich für diesen Weg entschieden.

Die ersten beiden Verkaufstage von „Unser Lädele im Ort“ sind dafür ein gelungener Anfang. Nun kommt es darauf an, diesen Schwung mitzunehmen und gemeinsam mit den Menschen in Leinach einen wirtschaftlich tragfähigen Dorfladen zu entwickeln.

Der Bundesverband der Bürger- und Dorfläden wünscht Bürgermeister Arno Mager, Marktleiterin Monia Schmied, dem gesamten Team und allen Unterstützerinnen und Unterstützern viel Erfolg auf diesem Weg.

Denn Nahversorgung im Dorf ist mehr als Lebensmittelverkauf: Sie ist Lebensqualität, regionale Wertschöpfung, Begegnung – und die Möglichkeit, ein Stück Zukunft des eigenen Ortes selbst zu gestalten.

https://www.leinach.de/neuigkeiten/wiedererffnung-unseres-dorfladens-am-11092026-16e5a705

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